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  Drügh, Heinz-Joachim

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  Anders-Rede
  Zur Struktur und historischen Systematik des Allegorischen
  Litterae Bd. 77
  464 S., Pb 15,4 x 22,8 cm
  € 50,20
  ISBN 978-3-7930-9238-4
   
  Zum Inhalt

Die Studie untersucht die wechselhafte Karriere der Allegorie (wörtlich übersetzt: Anders-Rede). Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert als literarische Ausdrucksform etabliert, gerät sie im Zuge der Genieästhetik als mechanisch-kaltes (De-)Chiffrierverfahren in Mißkredit, um im 20. Jahrhundert im Anschluß an Walter Benjamin und Paul de Man als master trope (post-)moderner Vervielfältigung von Sinn wieder zu unerwartetem Ruhm zu gelangen. In der detaillierten Analyse dreier Hauptexponenten allegorischer Schreibweise in der deutschsprachigen Literatur – Grimmelshausens Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch, Novalis’ Fichte-Studien und Heinrich von Ofterdingen; Walter Benjamins Berliner Kindheit um neunzehnhundert – wird deutlich, daß das Pendeln der Allegorietheorie zwischen den Extremen das Resultat einer janusköpfigen Zeichenpraxis ist: des Wunsches nach einer Manifestation von Sinn und der gleichzeitigen Lust an dessen Zerstreuung. Ein abschließendes Kapitel skizziert die Implikationen dieser Denkfigur für zeitgenössische Positionen der Ethik, Epistemologie und Medientheorie.

 
 
 
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