Das Begehren der Unschuld

Das Begehren der Unschuld

Zur Konstruktion der Natur-, Kultur- und Geschlechterordnung im bürgerlichen Trauerspiel und im empfindsamen (Brief-)Roman des späten 18. Jahrhunderts
Buchbeschreibung:

Mit der Literatur des 18. Jahrhunderts, vor allem mit den (Brief-)Romanen von Richardson, Rousseau, Choderlos de Laclos, Wieland und Sophie La Roche wird die paradoxe Logik der ›verfolgten Unschuld‹ entworfen – seinerzeit mit großem Erfolg, wie das Beispiel Emilia Galotti deutlich zeigt. Im Umschlag der höfischen zur bürgerlich-empfindsamen Liebesvorstellung läßt sich der moralische Wert der weiblichen Unschuld – im Sinne von sexueller Unberührtheit und von (sexuellem) Unwissen – nur inszenieren im zweideutigen Feld von Wissen und (wissendem) Nichtwissen, von weiblicher Tugend als Entsexualisierungsprogramm und gleichzeitiger Sexualisierung eben dieses Konzepts von ›Unschuld‹. Die Zurschaustellung des weiblichen Körpers zum einen und die Konstitution des Blicks des Betrachters in der Dialektik von Sehen und Gesehenwerden zum anderen schaffen eine ›Natürlichkeit‹, die auf dem Hintergrund des alten rhetorischen Musters der dissimulatio – der Kunst der Kunstlosigkeit – als Effekt von Kultur lesbar wird.

  • Preis: € 29,70 (D)
  • Details: 356 S., 1 Abb., Pb 15,4 x 22,8 cm
ISBN 978-3-7930-9211-7
Erscheinungsjahr:
Zurück zur Übersicht

Ein Unternehmen der
Rombach Gruppe
 

Heinrich Rombach KG

Soziale Netzwerke
 

RSS Feed Widget